Thurandt, 1839, aus: Momentaufnahmen
Nach dem Erlöschen der welfischen Pfalzgrafen übergab Kaiser Friedrich II. Thurandt 1214 an die staufertreuen Wittelsbacher. Deren noch schwache Position im Mosel-Hunsrück-Raum nutzte der Kölner Erzbischof Engelbert von Berg und errichtete in der Umgebung von Thurandt einen Turm, der evtl. mit der sogenannten Burg auf dem Junkernwaldsköpfchen identisch sein könnte.
Im Jahre 1243 kam es erneut zu Auseinandersetzungen um Thurandt, diesmal zwischen dem Pfalzgrafen und dem Trierer Erzbischof Arnold von Isenburg. Anlass waren Übergriffe des pfalzgräflichen Gefolgsmanns, des Marschalls Berlewin, genannt Zurno. Infolge dieser Auseinandersetzung kam es zu einer zweijähriger Belagerung, die von 1246 bis 1248 dauerte. An deren Ende nahm der Trierer Erzbischof mit Unterstützung seines Kölner Amtsbruders Konrad von Hochstaden die Burg Thurandt ein. Die zwischen beiden Herren geteilte Burg mit den Orten Alken, Oberfell und Kattenes wurde eine Doppelherrschaft (Kondominat) der beiden geistlichen Landesherren.
Im Spätmittelalter gelangte die Burg in die Hände verschiedener Adelsfamilien, u. a. der Herren von Wiltberg (1495) und der Herren von Eltz (1512).
Die im Pfälzischen Erbfolgekrieg 1689 zerstörte Burg gelangte 1911 als Ruine in den Besitz des Geheimrats Dr. Allmers, der Teile der Anlage 1915/16 wiederherstellen ließ.
Heute ist Burg Thurandt Eigentum der Familien Wulf und Allmers.

Roter Turm, Burgstelle

Die Geschichte der als "Roter Turm" bezeichneten Burganlage ist aufs engste mit der unweit entfernt gelegenen Burg Thurandt verbunden.
Vermutlich handelt es sich bei dieser Anlage um eine Gründung des Kölner Erzbischofs Engelbert von Berg (gest. 1225), in dessen Verfügungsgewalt die um 1200 erbaute pfalzgräfliche Burg Thurandt wohl um 1216/17 kam und der den "Roten Turm" als Stützpunkt nutzte. Burg Thurandt wurde erst nach 1230 an Pfalzgraf Otto II. zurück gegeben. Anhänger des Pfalzgrafen nahmen den 1237/38 von Erzbischof Engelbert von Berg erbauten "Roten Turm" ein, was schließlich zu einem Waffenstillstand zwischen beiden Parteien führte. 1243 verzichtete Engelberts Nachfolger, der Kölner Erzbischof Konrad von Hochstaden, auf alle Rechte an Thurandt.
Über das weitere Schicksal des "Roten Turmes" ist nichts bekannt.

Von der vermutlich als Gegenburg zu Thurandt gegründeten Burg sind nur wenige Reste im Gelände vorhanden. Im Wesentlichen sind Ringmauerreste sowie Spuren von Abschnittsgräben erkennbar.